Das Bienensterben stellt dich Fachwelt vor ein Rätsel. Seit einigen Jahren verenden Milliarden von Bienen – ohne dass irgendjemand genau wüsste wieso. Fakt ist: Viele erwachsenen Bienen verlassen jedes Jahr den Bienenstock und kehren nicht mehr zurück. Die Ursache dieses Verschwindens ist bislang ungeklärt; bisher konnte es noch mit keinem Krankheitserreger in Verbindung gebracht werden.
Reale Folgen
CVP-Kantonsrat Urs Kunz macht sich Sorgen: „Für den Menschen sind die Bienen lebensnotwendig, da sie den grössten Teil der Pflanzen bestäuben“. Nicht zuletzt für die menschliche Ernährung seien sie unverzichtbar, „denn ein Drittel der menschlichen Nahrung hängt unmittelbar von den Bienen ab.“
Dass das Bienensterben mehr als akademisches Geschwafel ist, weiss auch Obstbauer und CVP-Kantonsrat Pius Höltschi: „In den letzten Jahren stellen wir einen klaren Rückgang der Bienen fest.“ Der Aescher Obstbauer ist besorgt, ob der Bestand an Bienen für die Bestäubung langfristig noch reicht. Er macht sich bereits weitergehende Gedanken: „Wenn der Niedergang der Bienenvölker nicht gestoppt werden kann, werde ich gezwun-gen sein, mit Hummeln zu arbeiten“, sagt Höltschi.
Hummeln aus Holland einfliegen?
Dies wäre kein Einzelfall. Die Firma Andermatt Biocontrol bietet seit vielen Jahren Hummeln an – vor allem um Tomaten in Gewächshäusern bestäuben zu lassen. Seit einigen Jahren kontaktieren nun aber auch Obstbauern die Firma in Grossdietwil, welche die Hummeln zu grossen Teilen aus Holland einfliegen lässt. Offenbar gibt es zunehmend Bauern, die bereits heute unter dem Bienenmangel leiden. Sie sind bereit, über 222 Franken für die Bestäuber zu bezahlen. Hummeln haben allerdings auch ihre Nachteile. Sie müssen jedes Jahr neu eingekauft werden, da sie nur ein bis zwei Monate aktiv sind und dann sterben. Im Weiteren sind vom Rückgang der Honigbienen nicht nur Obstbauern, sondern auch Imker betroffen. Sie drohen ihren Nebenerwerb und Hobby zu verlieren.
Ausmass im Kanton unklar
Urs Kunz (Luthern) hat deshalb eine Anfrage eingereicht, um zu erfahren, wie gravierend die Situation im Kanton Luzern ist: Gibt es noch genügend Bienen um die Bestäubung zu gewährleisten? Und wie stark sind die Imker von der Malaise betroffen?
Weiter möchte er zusammen mit 21 anderen CVP-Kantonsräten und -rätinnen wissen, was der Kanton konkret unternimmt, um dem Sterben Einhalt zu gebieten. Schliesslich wirft er die Frage auf, ob die Regierung unter Umständen bereit sei, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um das Massensterben zu stoppen.
