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Wenn der Strom ausgeht

Ngapali Beach, Burma: Um Punkt neun Uhr abends gehen die Lichter aus, die Klimaanlagen stoppen ihr Surren und auch alle anderen elektrischen Geräte stehen still. Es wird  für einen Moment ganz dunkel und still - fast etwas unheimlich. Dann plötzlich setzt ein lautes Geräusch ein. Es lärmen die Stromgeneratoren derjenigen, die sich einen solchen leisten können. Nur, das sind die wenigsten.

Die staatliche Stromversorgung in Burma ist beschränkt auf sieben Uhr morgens bis neun Uhr abends. Nur die grossen Städte wie Yangon oder Mandalay sind mehr oder weniger vollständig vernetzt. Irgendwo auf dem Weg ins Land hören die Kabel aber dann einfach auf. Fast nichts funktioniert und es ist klar, wer dafür verantwortlich ist. Das Land wird von einem Militärregime regiert, das vor drei Jahren die sogenannte Safranrevolution, die von den gut gebildeten Mönchen angezettelt wurde, brutal niedergeschlagen hat. Systemkritische Menschen werden in Gefangenen- und Arbeitslagern festgehalten.

Kanton Luzern, Schweiz: Das Ringen um die Strompreise und die Konzessionsverträge mit der CKW ist in vollem Gange. In einigen Gemeinden werden die neuen Verträge knapp angenommen, andere lehnen sie ab. Die Diskussionen laufen hoch, die Gemüter sind erhitzt und die Gegner und  Befürworter kreuzen die argumentativen Klingen. Man könnte fast das Gefühl bekommen, dass es hier um Leben und Tod geht. Oder darum, dass uns der Strom ausgehen könnte... Kein Zweifel, die politischen Entscheide, die wir hier und heute treffen sind wichtig, wichtig für unser gesellschaftliches Zusammenleben, wichtig für unsere Zukunft. Trotzdem gilt es für uns alle und speziell für uns Politiker, den Blick für das grosse Ganze nicht zu verlieren.

Eine Auszeit von der alltäglichen Hektik oder eine Erweiterung der eigenen Perspektive in einem fremden Land lassen uns alles in einem grösseren Zusammenhang sehen. Oftmals nehmen wir uns und unsere (hausgemachten) Probleme viel zu wichtig und zu ernst. Wir wissen gar nicht mehr wie privilegiert wir sind, in diesem sicheren Land und unserem schönen Kanton Luzern leben zu dürfen. In einem Land, in dem jeder seine eigene Meinung haben und kundtun darf, wo man das Wasser ab dem Hahnen trinken kann und der Strom rund um die Uhr fliesst.

Geniessen wir den Luxus, die Lampen selber zu löschen und die Weihnachtskerzen anzuzünden, weil  sie Wärme spenden und nicht weil sie die einzig verfügbare Lichtquelle sind.

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